Psychotherapie

Was ist eine Psychotherapie?

Der Begriff der Psychotherapie meint wörtlich übersetzt „die Behandlung der Seele bzw. seelischer Probleme“. Der psychotherapeutische Prozess fördert die Auseinandersetzung mit dem eigenen Fühlen, Denken und Handeln. Dies erfolgt mittels strukturierter Gespräche, praktischer Übungen, spieltherapeutischer Elemente (bei Kindern) und der Arbeitsbeziehung zwischen den Betroffenen und dem Behandler.Nach der Definition des Wissenschaftlichen Beirats Psychotherapie (WBP) wird wissenschaftliche Psychotherapie als ein geplanter und kontrollierter Behandlungsprozess bezeichnet. Dieser wird über lehrbare Techniken vermittelt, nimmt Bezug auf eine Theorie über gängige sowie störanfällige Verhaltensweisen und ist hinsichtlich der positiven Beeinflussung von Störungs- und Leidenszuständen nach Möglichkeit auf ein gemeinsam erarbeitetes Ziel ausgerichtet.

 

Gibt es weitere Möglichkeiten zur Behandlung von psychischen Störungen?

Neben der Psychotherapie gibt es weitere Hilfsmöglichkeiten bei seelischen Problemen wie z. B. die Unterstützung durch Beratungsstellen, der Besuch einer Selbsthilfegruppe, eine teil-/stationäre Behandlung oder – bei bestimmten psychischen Störungen –eine unterstützende medikamentöse Behandlung durch einen Psychiater. Wann ist eine Psychotherapie sinnvoll? Eine Psychotherapie ist dann sinnvoll, wenn die Verhaltensauffälligkeiten und Konflikte zu erheblichen Belastungen bzw. Einschränkungen im Alltag führen und die Umsetzung eigener Ideen zur Veränderung nicht die gewünschte Besserung bewirkt.

Wie gehe ich vor, wenn ich eine Therapie wünsche?

Vereinbaren Sie telefonisch einen Termin für ein Erstgespräch. Die umfassende Klärung eines eventuell bestehenden Therapiebedarfs, dem möglichen Vorliegen einer krankheitswertigen Störung und deren Diagnose erfolgt in den ersten fünf Sitzungen. In der Regel werden die Kosten dafür von den Krankenkassen ohne Beantragung übernommen. Liegt eine behandlungsdürftige Störung vor und sind die Rahmenbedingungen für den Beginn einer Therapie erfüllt, wird gemeinsam ein entsprechender Antrag auf Kostenübernahme an die Krankenkasse gestellt.

 

Eine tiefenpsychologisch fundierte psychotherapeutische Behandlung umfasst 50 bis 70 Sitzungen. In angebrachten Fällen können Verlängerungen beantragt werden. Die Sitzungen dauern gewöhnlich je 50 Minuten und finden ein- bis zweimal in der Woche statt. Die Begleitsitzungen für Bezugspersonen umfassen in der Regel 12- 14 Sitzungen und finden meist im Abstand von vier Wochen statt. Der Gesamtzeitraum der psychotherapeutischen Behandlung umfasst zwischen 8 und 24 Monaten.

 

 

Information für privat Versicherte
Je nach Vertragsbedingungen wird auch ein Antrag auf Kostenübernahme bei den privaten Krankenkassen gestellt, der bewilligt werden muss. Bitte informieren Sie sich vorab bei Ihrer Krankenkasse, ob und in welchem Umfang Psychotherapie in den Leistungen enthalten ist. Bei Privatpatienten richtet sich das Honorar nach den in der Gebührenordnung für Psychotherapeuten (GOP) üblichen Sätzen.